ZTV-Baumpflege-Definitionen

Behandlung von frischen und flächigen Rindenablösungen (z. B. Unfallschäden)

Auf frisch abgelöster Rinde und den Bereichen des Holzes, von denen sie z .B. durch Anfahren abgelöst wurde, befinden sich i. d. R. noch teilungsfähige Zellen. Diese können nicht nur am Wundrand, sondern unter günstigen Bedingungen auch auf der Wundfläche Kallus, den so genannten Flächenkallus ausbilden. Voraussetzung hierfür ist insbesondere der unverzügliche Schutz der Wundfläche vor Austrocknung und Licht. Gelöste Rindenteile können dann wieder anwachsen. Die Behandlung derartiger Schäden muss möglichst schnell, i. d. R. innerhalb von zwei Wochen nach der Verletzung, erfolgen. Danach ist eine Behandlung nicht mehr Erfolg versprechend und sollte unterbleiben. Sollen derartige Wunden behandelt werden, sind abstehende Holzsplitter vorsichtig zu entfernen. Dabei dürfen die Wundflächen jedoch nicht vergrößert und empfindliche Zellstrukturen nicht beschädigt werden. Zusätzliche Eingriffe im wundbereich (z. B. Reinigen, Glätten, ausformen der Wunde) sind zu unterlassen. Zunächst sind die gelösten Rindenteile, die noch mit dem Baum Verbindung haben, wieder anzuheften (z. B. mit Aluminiumschrauben/-nägeln), damit sie wieder anwachsen können. Frische und flächige Rindenablösungen sollen anschließend geschützt werden. - Bei der Verwendung von Folie muss diese lichtundurchlässig sein. Die Wunde ist zunächst mit Wasser zu benetzen und danach vollflächig abzudecken. Die Folie ist nach einer Vegetationsperiode, maximal nach 12 Monaten zu entfernen. Bei der Verwendung von Wundverschlussmittel darf dieses zur Förderung der Kallusbildung nur am Wundrand maximal 2 cm breit aufgetragen werden.

Verwandte Begriffe:
Rinde
Kallus
Flächenkallus

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